Das Jahr 2013 geht langsam zu Ende und damit auch eine ganze Ära an Jugendfilmen, denn mit "Breaking Dawn" fand die "Twilight" - Reihe ihr Ende. Die Frage die sich danach stellt ist natürlich klar : Welches Buch nehmen wir als Nächstes, um einigermaßen viel Kohle zu scheffeln.
Nachdem der finanzielle Erfolg bei "Percy Jackson" , trotz beachtlichter Qualität, nicht so wirklich ins Rollen kam, entschied man sich kurzerhand für die hier in Deutschland nicht ganz so bekannte Reihe "The Mortal Instruments" oder wie man sie hier nennt : "Chroniken der Unterwelt". Auch wenn ich die Buchvorlage von Cassandra Clare nicht kenne, so sind meine Informationen darüber aber durchwegs positiv, denn anders als Stephanie Meyer, scheint Frau Clare ihrer erfolgreichen Romanreihe durchaus Atmosphäre und kreative Ideen eingeflößt zu haben. Was Harald Zwart nun allerdings aus dem ersten Roman "City of Bones" herausholt ist leider nicht nur unglaublich hektisch, sondern auch unglaublich kitschig.
Clary Fray (Lily Collins) ist ein normaler und vor allem nur
durchschnittlich beliebter Teenager. Doch als sie erfährt, dass sie
einer überaus langen Blutlinie von sogenannten "Schattenjägern"
entstammt, ändert sich für sie alles. Auch schon ihre Mutter Jocelyn
(Lena Headey) war eine Kriegerin gegen das Böse und hat Jagd auf Dämonen
gemacht, doch hat sie dieses Geheimnis stets vor ihrer Tochter gehütet.
Als Clary während einer Party auf den geheimnisvollen Jace Wayland
(Jamie Campbell Bower) trifft und kurz darauf auch noch ihre Mutter
entführt wird, kommt das Mädchen hinter das Geheimnis seiner Familie und
entdeckt, welche Kräfte in ihm schlummern. Jace führt Clary in die
Gesellschaft der Schattenjäger ein und unterstützt sie bei der Suche
nach ihrer Mutter. Doch schnell merken beide, dass noch viel mehr auf
dem Spiel steht, denn der überaus gefährliche Valentine Morgenstern
(Jonathan Rhys Meyers) schart eine riesige Armee bestehend aus
Werwölfen, Vampiren und anderen tödlichen Kreaturen um sich, um einen
letzten finalen Schlag gegen die Schattenkrieger auszuführen.
Gerade Nichtkenner des Buches dürften bereits in den ersten Minuten schlucken, denn das Drehbuch lässt selten viel Zeit für Erklärungen. Hier reiht sich neuer Charakter an Charakter und Wendung an Wendung. So kommt es, dass "City of Bones" zu keinem Zeitpunkt den richtigen Erzählrhythmus findet, was die Identifikation mit den Figuren erheblich beschwert. Dabei wirkt der Look der 60 Mio. Produktion jederzeit sehenswert und interessant, was vor allem an der deutlich düsteren Machart liegt, die auch der "Twilight" - Reihe nicht geschadet hätte. Doch das Drehbuch lässt keine Zeit für Pausen und so hetzen unsere Protagonisten von Kampf zu Kampf. Hier zeigen sich Parallelen zum leider ähnlich missratenen "Die Legende von Aang", der dadurch selten das Interesse des Zuschauers wecken konnte.
Während man über das schwache Drehbuch durch die hervorragend inszenierten Actionsequenzen noch einigermaßen hinwegsehen kann, so reißt einen der romantische Part der Story sofort wieder aus seinen Träumen, den dieser ist an Peinlichkeit wohl nicht mehr zu überbieten. Es ist einfach nur unglaubwürdig, dass Jace nach einem flüchtigen Zusammentreffen in Clary seine große Liebe entdeckt, die ja angeblich so leidenschaftlich vor sich hinlodert. Im Film reduziert sich dieses Gefühlswirrwarr auf drei Sätze und zwei oder drei auffällige Gesten. Wer Romantik inszenieren will, braucht nunmal Zeit, die hier leider an jeder Ecke fehlt. Ironischerweise hat "Twilight" , trotz aller eklatanten Schwächen, das alles besser gelöst, obwohl "City of Bones" in einer kleinen Szene zwischen Jace und Clary den Konkurrenten sogar ein wenig angreift. In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht das bekannte Sprichwort "Hochmut kommt vor dem Fall" zitieren.
Immerhin gibt es auch einen Pluspunkt, der "City of Bones" deutlich vor "Twilight" setzt, denn hier agieren die Schauspieler tatsächlich angenehm natürlich. Zwar ist es auch hier unglaubwürdig, dass Clary ihre Erlebnisse zu keinem Zeitpunkt hinterfragt - Ich meine Werwölfe, Vampire, Magier usw. sind ja alltägliche Dinge des Lebens - , aber wenigstens liegt das am Drehbuch und nicht am soliden Spiel der zauberhaften Lily Collins. Diese harmoniert mir ihren Leinwandpartnern zu jeder Zeit und das macht "City of Bones" wenigstens einigermaßen erträglich. Auch Schauspieler vom Kaliber eines Jonathan Rhys Meyers oder einer Lena Headey helfen über die Schwächen hinwegzusehen. Doch das ändert letztendlich wenig daran, dass "City of Bones" zu keiner Zeit fesseln kann.
Fazit : "Chroniken der Unterwelt - City of Bones" ist eine visuell ansprechende, aber erzählerisch komplett missglückte Jugendbuchverfilmung, die immerhin im Gegensatz zu ebenfalls missglückten Genrekollegen wie "Eragon" oder "Die Legende von Aang" ein Sequel bekommen wird, denn "City of Ashes" steckt bereits in der Produktion. Hoffen wir, dass das engagierte Schauspielerensemble, dann auch die Möglichkeit bekommt sich zu beweisen......
Bewertung :
Samstag, 7. September 2013
Donnerstag, 5. September 2013
Filmkritik: "Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen"
Als mit "Percy Jackson" im Jahr 2010 erneut ein Jugendbuch verfilmt wurde, war die Resonanz fast durchwegs negativ. Der Grund war einfach, denn nach ,,Harry Potter" und der ,,Twilight"-Saga war das Publikum schlicht und ergreifend übersättigt mit Jugendbuchverfilmungen. Dabei war die Mischung aus Mythen und Fantasie ein kurzweiliges Abenteuer , das sich vor der Konkurrenz eigentlich nicht zu verstecken braucht. So kommt es auch, dass mit ,,Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" nun der Nachfolger in die Kinos kommt. Das Ergebnis ist überraschenderweise noch runder und kurzweiliger als Teil 1.
Percy Jackson (Logan Lerman) ist mehr als ein gewöhnlicher Junge. Vor einiger Zeit fand er heraus, dass er der Sohn des Meeresgottes Poseidon ist. Nachdem er dem Göttervater Zeus seinen Herrscherblitz wieder zurückgebracht hat, kehrt er mit seinem besten Freund Grover Underwood (Brandon T. Jackson) und seiner neuen Begleiterin Annabeth (Alexandra Daddario) ins Camp der Halbgötter zurück. Doch das Lager wird angegriffen, der schützende Wall existiert auf einmal nicht mehr und Grover wird entführt. Nur wenn Percy das Goldene Vlies findet, kann er das Camp retten und seinen besten Freund aus den Fängen des mächtigen Zyklopen befreien. Dazu braucht er die Hilfe von Annabeth und seinem Halbbruder Tyson (Douglas Smith). Zusammen mit seinen Begleitern begibt er sich auf zur tollkühnen Rettungsaktion, die sie zum "Meer der Monster" führt, welches den Menschen auch unter dem Namen "Bermuda-Dreieck" bekannt ist.
Der größte Pluspunkt der "Percy Jackson" - Buchreihe ist die kreative Verwendung der griechischen Mythologie. In Teil 2 nutzt Regisseur Thor Freudenthal dieses Sagenspektrum für einige spektakuläre Monster und Kulissen. So kommt es, dass z.B. ein Besuch beim Versandriesen "UPS" selten so spaßig war wie hier. Die Qualität der Produktion ist dank sattem Budget dabei jederzeit überzeugend und auch das hier verwendete 3D lässt dank angenehmer Schärfe keinerlei Kritik zu. Dazu gesellt sich eine kurzweilige Story, die dank kleineren Überraschungen sogar weniger vorhersehbar ist, als bei "Percy Jackson : Diebe im Olymp". Zudem wird die Erzählung flott vorangetrieben ohne jedoch die typischen Jugendthemen zu vernachlässigen, wie unter anderem Freundschaft oder auch Selbstzweifel.
Das Ganze wird auch hier wieder von dem bewährten Schauspielerensemble rund um Logan Lerman vorgetragen. Logan Lerman, der zuletzt bei den "3 Musketieren" enttäuschte, findet zum Glück zu altem Charme zurück. Ähnlich wie in "Harry Potter" liegen die Stärken aber auch hier bei den Nebendarstellern. Gerade der sympathische Brandon T.Jackson als witziger Grover oder Alexandra Daddario als Percys Stimme der Vernunft Annabeth, geben einen wirklich sympathischen Trupp ab, der nun mit Douglas Smith gekonnt erweitert wurde. Sein tollpatschiger Zyklop ist liebenswert und wächst schnell zu einer Sympathiefigur für das Publikum heran.
Fazit : "Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" macht auch hier wieder alles richtig. Es ist und bleibt ein sympathisches Fantasyabenteuer mit tollen Darstellern und gelungenen Schauwerten, nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger.
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